Deutschlands Ressourcen ab heute verbraucht

Heute ist der deutsche Erdüberlastungstag. Nach Berechnungen des Global Footprint Network hat die deutsche Bevölkerung heute ihre für dieses Jahr zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen bereits verbraucht.

Vielen ist der Earth Overshoot Day ein Begriff, der dieses Jahr auf den 8. August fallen wird. Hier sind besonders zwei Dinge auffällig: 1. Der deutsche Überlastungstag liegt deutlich vor dem weltweiten Überlastungstag. 2. Der Überlastungstag wird jedes Jahr um einige Tage nach vorne verlegt – also genau gegenteilig zu einer viel beschworenen nachhaltigen Entwicklung. Im Jahr 1987 fiel der Earth Overshoot Day noch auf den 19. Dezember. Das wachsende Konsumniveau in Industrie- und Schwellenländern sowie das starke Bevölkerungswachstum verbunden mit einem hohen Energiebedarf werden dabei als globale Hauptursachen gesehen. In Deutschland resultieren die hohen Treibhausgasemissionen vor allem aus den Bereichen Energie, Verkehr, industrielle Landwirtschaft sowie dem hohen Flächenanspruch für die Fleischproduktion.

Würde der Rest der Welt genauso leben wie wir, bräuchten wir 3,1 Erden. Die USA benötigt derzeit 4,8 Erden, China 2 und Indien 0,7 Erden. Die gesamte Weltbevölkerung hat derzeit einen ökologischen Fußabdruck von derzeit 1,6 Erden, um den weltweiten Bedarf an Rohstoffen zu decken. Die Folgen sind verheerend, da unser Ökosystem Jahr für Jahr aufs Neue überlastet wird: Süßquellen versiegen, Wälder werden gerodet, Arten verschwinden, Gewässer überfischt, die Umwelt verschmutzt, Polkappen schmelzen – der Klimawandel hat zudem starke gesellschaftlich relevante Auswirkungen.

Das in den Medien als historisch bezeichnete Weltklimaabkommen in Paris von 2015 verfolgt das Fernziel, die Erderwärmung unter 2 Grad zu halten, ja sogar unter 1,5 Grad. Dazu müssen mittelfristig alle Länder unabhängig von Kohle, Öl und Gas werden und die erneuerbaren Energien ausbauen. Ärmere Länder sollen durch Industriestaaten unterstützt werden. Das Ziel ist also gesetzt bzw. wurde von den Ländern selbst gesetzt. Es gilt diese auf nationaler Ebene umzusetzen. Deutschland plant in seinem Energiekonzept von 2010 und in seinen Energiewendebeschlüssen von 2011 eine Reduktion der Emissionen von mindestens 40 Prozent bis 2020 und 80 bis 95 Prozent bis 2050 gegenüber 1990. Vor allem durch den Ausbau erneuerbarer Energien und durch eine Steigerung der Energieeffizienz sollen diese Ziele erreicht werden. Die Energiewirtschaft muss nachhaltig umgebaut werden – aktuell ist sie es noch lange nicht.

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Christoph-D. Teusch Verfasst von:

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