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Oder die Suche nach dem Grünen Gral der Nachhaltigkeit

Wer kennt ihn nicht – den Mythos um den Heiligen Gral, die Ritter der Tafelrunde, Lancelot und Parzival. Ab dem 12. Jahrhundert erschienen zahlreiche Varianten um die mittelalterliche Legende, die sich bis heute stets weiterentwickelten und mit anderen Sagen vermischten. Der unvollendete Versroman „Le Conte du Graal (zu deutsch: Die Geschichte vom Gral)“ des französischen Autors Chrétien de Troyes um das Jahr 1190 gilt als eine der ersten schriftlichen Überlieferungen.

Es war einmal…

eine Gemeinschaft, die unter einem Mangel litt. Das Land im Reich ist unfruchtbar, der König siecht dahin und die Gesellschaft ist steril. Aber es gibt einen Schimmer der Hoffnung – die Gemeinschaft weiß von einem Heiligen Gral in Form einer Schale, eines Steins oder Kelchs. Der wundersame Gral verspricht ewige Jugend, Glück und Speisen in unendlichen Mengen. Jedoch wird der Gral auf einer unzugänglichen Burg von einem Gralskönig samt seinen Gralsrittern bewacht. Daher warten alle unbändig auf einen Helden, der den Gralskönig ablöst um endlich an den Heiligen Gral zu gelangen.

Parzival wächst in einer geborgenen Welt fernab von diesem Geschehen auf. Oft wird sein Charakter als etwas naiv beschrieben, da ihm manchmal der Sinn für die Realität zu fehlen scheint. Dafür ist er mit ritterlichen Kräften, Heldenmut, geschickten Umgang mit Waffen ausgestattet sowie von besonderer Reinheit. Sein Ziel: Er möchte zum heldenhaftesten Ritter werden. Daher verlässt er sein sicheres Zuhause und erwirbt schnell Ansehen. Er wird von König Artus zum Ritter geschlagen und bei den Rittern der Tafelrunde aufgenommen. Oft ist er ohne Nachzudenken bereit, sich in Gefahr zu begeben.

In einigen Versionen begibt sich der Held alleine auf die Suche nach dem Gral – in anderen suchen alle Ritter gemeinsam. Es gilt zahlreiche Aufgaben, Rätsel und Herausforderungen zu meistern – manchmal auch mit etwas Hilfe des Zauberers Merlin. Parzival sammelt während der Suche wertvolle Erfahrungen. Am Ende findet Parzival mit seinen Mitstreitern den Gral. Er wird schließlich der Nachfolger vom Gralskönig, der wieder gesundet und das Reich erstrahlt zum Paradies.

Und heute?

Unter welchem Mangel leidet unserer Gesellschaft heute? Viele sprechen u. a. von einer fehlenden internationalen Umweltpolitik, einem unausgeglichenen Interessensausgleich zwischen Nord und Süd, menschengemachten Klimakatastrophen, Armut, Abfall-, Kreislauf und Ressourcenproblemen sowie sozialen Herausforderungen in den Lieferketten bei multinationalen Unternehmen. Längst ist geklärt, dass kein Akteur allein die globalen Herausforderungen meistern kann – die Verantwortungsübernahme aller Akteure in einer Gesellschaft ist gefragt. Es geht um eine nachhaltige Entwicklung insgesamt. Der Begriff Nachhaltigkeit ist dabei zum Wort der Stunde avanciert. Vieles ist in dem Bereich schon geschehen, vieles muss noch geschehen. Oder sehen wir alle die Dinge zu negativ?

100% Nachhaltigkeit

Aber wie sähe sie aus, die „hundertprozentige“ Nachhaltigkeit? Kann es im übertragenen Sinne diesen Grünen Gral geben? Wäre dies wirklich möglich? Manch einer meint bereits einen Blick auf ihn geworfen zu haben – aber doch weiß jeder unterschiedliche Dinge von ihm zu berichten. Wer wäre in unserer heutigen Zeit Parzival oder der Gralshüter? Begleite uns auf der Suche nach dem Grünen Gral.